Die Sporen /
Spores

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Sporen - was ist das?

Sporen - das sind für Pilze und Schleimpilze in etwa ein Ersatz für Samen. Was bei Pflanzen jedoch auf dem geschlechtlichen Weg geschieht (Bestäubung!), läuft bei der Bildung von Sporen ganz ungeschlechtlich ab. Dennoch dienen Sporen dem gleichen Zweck: der Fortpflanzung.

Sie sind so klein, dass wir Menschen sie eigentlich nur als Staub wahrnehmen können. Der Wind kann sie problemlos in alle Richtungen verteilen, ebenso tragen kleine Tiere wie Insekten zu ihrer Verbreitung bei.

Wie sehen Sporen von Schleimpilzen aus?

Tja, klein und rund zunächst einmal. Schaut man sie sich jedoch sehr genau an (dazu braucht man dann allerdings ein Rasterelektronenmikroskop), kann man unterschiedlichste Oberflächenstrukturen erkennen - von rau über rissig, warzig, stachelig bis aalglatt oder netzartig. Raue Oberflächen können bewirken, dass der Wind die Sporen sehr weit trägt, da ihm eine gute Angriffsfläche geboten wird. In diesen kleinen Kapseln befindet sich das Erbmaterial, die DNA. Diese ist auf einem einfachen (haploiden) Chromosomensatz gespeichert. Auch die Farben sind sehr unterschiedlich: Die Sporenmasse erscheint in der Regel in Weiß- Grau-, Beige- oder Rosatönen, kann aber auch kräftige Rot- Gelb-, Orange-, Braun-, Olive- oder Schwarztöne annehmen. Dabei kann die Sporenmasse auch ganz anderer Farbe als die einzelne Spore sein¹.

Sporen der Art Physarum polycephalum in 20-facher Vergrößerung - links in einem Wassertropfen, rechts im Trockenen Spores of Physarum Polycephalum, 20-fold magnification - left side in a drop of water, right side in the dry

Sporenkeimung

Die Sporen beginnen zu keimen, wenn sie für längere Zeit Kontakt mit Feuchtigkeit haben und die Temperaturverhältnisse stimmen. Sporen brauchen unterschiedlich lange zum keimen und bleiben auch über Jahre hinweg noch keimfähg (längster Rekord im Labor: 75 Jahre). Auch gibt es Schleimpilzarten, die nur unter einer geschlossenen Schneedecke keimen (die sogenannten "nivicolen" Arten), andere Sporen wiederum keimen nur bei Temperaturen über 20 Grad. Somit besitzt jede Schleimpilzart ihr Optimum an Feuchtigkeit und Temperatur.

Nachgewiesen ist, dass Sporenmassen besser keimen als einzelne Sporen, manche Schleimpilzarten brauchen gar eine Ruhephase, bevor die Sporen anfangen zu keimen¹.

Bei der Keimung platzen die Sporenhüllen auf und kleine Protoplasten schlüpfen heraus. Abhängig von der Feuchtigkeit entstehen nun aus den Protoplasten entweder Myxoflagellaten oder Myxamöben - die Keimzellen (Gameten) der Schleimpilzen.