Schleimpilzzucht /
Slime Mold Culture

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Kann ich das?

Klar, das kann jeder! Und wenn man ein bisschen weiß, worauf man achten muss, dann ist es ganz einfach. Und hat man eine Art wie Physarum polycephalum in seiner Petrischale, dann sieht man ihn auch ganz schnell wachsen.

Was braucht man alles?

Bevor man sich einen Schleimpilz zulegt, sollte man das passende Heim für ihn schaffen, damit der Umzug des Schleimpilzes seelisch keine zu stressige Angelegenheit wird (für beide Parteien).

Einfache Zuchtversuche kann man mit folgenden Gegenständen durchführen:

  • Petrischale (mit Deckel, gibts in Apotheken oder im Internet zu bestellen, z.B. unter www.zuchtbedarf.de), Einmachglas oder eine Plastikdose mit Deckel (Gefäße aus Glas haben den Vorteil, dass man sie im Backofen oder im Kochtopf problemlos sterilisieren kann, um Schimmelpilzen vorzubeugen)
  • eine weitere Petrischale o.ä. zum "Umtopfen" parat halten
  • destilliertes Wasser (normales Leitungswasser geht natürlich auch, wie soll ein Schleimpilz in freier Natur auch an destilliertes Wasser kommen - aber um Keimen vorzubeugen, geht man mit destilliertem Wasser auf Nummer Sicher)
  • Filterpapier (dient als Substrat; hat den Vorteil, dass es überschüssiges Wasser aufsaugt und wiederum geringe Keimgefahr) oder Agar-Agar (gibt es in der Apotheke)
  • Haferflocken (oder anderes organisches Material, das als Futter dienen kann; Haferflocken sind aber billig und überall zu bekommen; außerdem - ist es nicht toll zusammen mit seinem Schleimpilz frühstücken zu können?)
  • Schuhkarton oder Ähnliches (zum Abdunkeln)
  • Wer es hat, nimmt am besten gleich ein vollausgestattetes Labor, in dem man unter sterilen Bedingungen arbeiten kann ;-)

Hinweis: Da Schleimpilze sehr empfindlich auf Keime aus der Umwelt reagieren, sollte man sich gut überlegen, wo man seine Schleimpilzzucht zu Hause installiert. Die Küche (Lebensmittel tragen immer Schimmelsporen etc., auch wenn sie selbst noch nicht schimmeln!) zum Beispiel ist sicherlich weniger gut geeignet, ebenso gibt es vielleicht bessere Plätzchen als auf der Fensterbank zwischen den Zimmerpflanzen. Keimfrei ist es aber grundsätzlich nirgendwo!

Anfertigung eines Schleimpilz-Heims

Hierzu sterilisiert man am besten die Petrischalen zunächst 10 min bei 115°C im Backofen oder übergießt sie mit kochendem Wasser. Anschließend legt man Filterpapier (noch besser: Filterpapier ebenfalls im Backofen sterilisieren) in die Petrischale und feuchtet dieses mit dem Wasser an. Deckel drauf, fertig.

Woher bekomme ich einen Schleimpilz?

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten: Entweder selbst auf die Suche gehen (am besten im Wald nach einem Regentag, um Plasmodien zu finden; für Fruktifikationen braucht man eventuell eine Lupe), jemand anderen fragen, der schon einen Schleimpilz hat, oder einen im Internet bestellen. Mehr dazu gibt es auf der Unterseite Schleimpilzzucht FAQ.

Einsetzen eines Plasmodiums

Ein Plasmodium kann einfach in die Schale auf das Filterpapier oder Agar-Agar gesetzt werden. Anschließend Deckel drauf und zum Abdunkeln den Schuhkarton (o.ä.) darüber legen. Feucht halten und füttern am besten, indem man die Haferflocken (o.ä.) in die Nähe des Schleimpilzes legt. Füttern nur, wenn alle anderen Haferflocken vom Schleimpilz bereits umschleimt sind.

Einsetzen eines Sklerotiums

Das Sklerotium auf das Filterpapier legen (wenn es sich auf einem Substrat befindet, dann mit dem Substrat nach oben), feucht halten, Deckel drauf, abdunkeln, warten bis ein Plasmodium entsteht (ein junges Plasmodium ist bereits nach wenigen Stunden zu sehen) und erst anschließend füttern.

Einsetzen von Fruktifikationen / Sporen

Will man auf diese Weise Schleimpilze bekommen, braucht man viel Geduld, denn bis aus einer Spore ein Schleimpilz entsteht, dauert es schon mal einige Tage bis Wochen. In jedem Fall die Sporen (mehrere! Am besten in einem Haufen!) auf das Filterpapier geben, Deckel drauf und gut feucht und dunkel halten.

Was muss ich noch beachten?

  • Um Schimmel vorzubeugen, können Haferflocken ebenfalls im Backofen bei 115°C sterilisiert werden.
  • Ist ein Schleimpilz schon länger in einer Petrischale aktiv, dann hat er Spuren (Essensreste) hinterlassen. Nun sollte er "umgetopft", das heißt in eine neue Petrischale auf Filterpapier gesetzt werden. Alte Petrischale gut reinigen!
  • Wird ein Schleimpilz zu groß, dann teilt man ihn am besten auf mehrere Petrischalen auf (einem Schleimpilz macht es nichts aus zerstückelt zu werden). Das geht zum Beispiel auch, indem man das Filterpapier mitsamt Schleimpilz mit einer Schere zerschneidet.
  • Zur Fruktifikation: Den Schuhkarton von der Schale nehmen und Licht dran lassen, nicht zu feucht halten.